Biografie von Kurt Tucholsky

 

Tucholskys Leben in Bildern

Tucholskys Leben in Textzeugnissen

 
 


1890 - 1920
1921 - 1927
1928 - 1935

Die Jahre 1890 - 1920

 
 
1890
9. Januar  

Kurt Tucholsky wird in Berlin-Moabit geboren.
Eltern: Alex Tucholsky (1855 - 1905), Kaufmann und Bankdirektor;
Doris Tucholsky, geb. Tucholski (1861 - 1943).
1893 - 1899 lebt die Familie in Stettin.

 


1905

1. November  

Tod des Vaters.

 


1907

22. November
 

Im "Ulk", der satirischen Beilage des "Berliner Tageblatts", erscheinen anonym seine ersten Arbeiten: "Märchen" und "Vorsätze".

 


1909

7. Oktober
 

Beginn des Jura-Studiums an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin. 1910 studiert Tucholsky im Sommersemester an der Universität Genf.

 
 


1911

25. April
 

Erster Artikel im sozialdemokratischen "Vorwärts" (Mitarbeit bis Sommer 1914). August: Mit Else Weil, genannt "Claire Pimbusch", in Rheinsberg. Herbst: Tucholsky arbeitet im Wahlkampf für die SPD.

 
 


1912

17. Januar
  Erste Veröffentlichung im "Prager Tagblatt".
15. November  

Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte erscheint. (Das Buch wird bis 1932 120.000 mal verkauft.)

 


1913

9. Januar
  Tucholsky beginnt seine Arbeit für die "Schaubühne". Im Frühjahr führt er die Pseudonyme "Ignaz Wrobel", "Peter Panter" und "Theobald Tiger" ein.
7. April
  Erstmals Arbeiten im "Simplicissimus".
1. September
 

Der Zeitsparer, Grotesken von Ignaz Wrobel, erscheint.

 
 


1914

21. Januar
 

Die Universität Jena lehnt Tucholskys Dissertation ab.

12. Mai
 

Tucholsky schreibt sich wieder an Universität Berlin ein und belegt Vorlesungen über Geographie und Psychologie.

1. Juli
 

Austritt aus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

1. August
 

Beginn des Ersten Weltkriegs.

"Rosa Bertens"
 


1915

14. Januar
 

Annahme der mehrfach überarbeiteten Dissertation "Die Vorbemerkung aus § 1179 BGB. und ihre Wirkungen". Tucholsky wird zum Dr. jur. promoviert.

10. April
 

Einberufung und Einsatz als Armierungssoldat im Memelgebiet.

 


1916

26. November
 

Die erste Ausgabe der Feldzeitung "Der Flieger" erscheint, die Tucholsky konzeptioniert und redigiert hat.

 
 


1917

11. September
 

Beförderung zum Unteroffizier.

Im November
 

Tucholsky verliebt sich in Mary Gerold (1898 - 1987) aus Riga.

 
 


1918

8. Mai
  Versetzung zur Politischen Polizei in Bukarest.
21. Juli
  Tucholsky läßt sich in Turn-Severin evangelisch taufen.
20. / 21. November
  Rückkehr nach Berlin.
Im Dezember
 

Er übernimmt die Redaktion des "Ulk", der satirischen Wochenbeilage des "Berliner Tageblatts" und der "Berliner Volks-Zeitung". Er führt das Pseudonym "Kaspar Hauser" ein.

 


1919

 
9. Januar
  Erster Artikel der "Militaria"-Serie in der "Weltbühne"
13. März
  Tucholskys programmatischer Artikel "Wir Negativen" erscheint.
Im Juni
  Er übernimmt auch redaktionelle Aufgaben bei der "Weltbühne".
"Was darf die Satire?"

"Wir Negativen"

 
30. August
  Tucholsky gehört mit Ossietzky, Gumbel, Vetter u.a. zu den Gründern des "Friedensbundes der Kriegsteilnehmer", der die "Nie wieder Krieg"-Massenkundgebungen organisiert.
Ende Oktober
 

Die Gedichtsammlung Fromme Gesänge von Theobald Tiger erscheint. Arbeiten für das von Max Reinhardt gegründete Kabarett "Schall und Rauch".

"Wenn der alte Motor wieder tackt"
 


1920

 
5. Januar
  Mary Gerold kommt nach Berlin, sie trifft Tucholsky nach anderthalb Jahren wieder, im Februar trennen sich die beiden.
9. Februar
  Premiere von Nestroys Judith und Holofernes in der parodistischen Bearbeitung von Theobald Tiger, Regie: Max Reinhardt.
1. März
  Eintritt in die USPD.
3. Mai
  Tucholsky heiratet die Ärztin Else Weil (1889 - 1942), die "Claire" aus Rheinsberg.
Ab Mai
  Arbeiten für die USPD-Blätter "Freie Welt" und "Die Freiheit".
Im Juli
  Redakteur des "Pieron", einer staatlich finanzierten Propaganda-Zeitschrift, die vor der im Versailler Vertrag festgelegten Abstimmung für den Verbleib Oberschlesiens im Deutschen Reich wirbt.
1. August
  Rede auf der "Nie wieder Krieg"-Kundgebung im Berliner Lustgarten.
 
Im November
  "Träumereien an preußischen Kaminen" von Peter Panter.
Im Dezember
  Wegen seiner Arbeit für den "Pieron" lehnen die USPD-Zeitungen es ab, Artikel von Tucholsky zu publizieren.
18. Dezember
 

Aufgrund der öffentlichen Kritik kündigt er beim "Pieron" zum Jahresende.

 

Die Jahre 1921 - 1927

1921    
    Chansons für Gussy Holl, Paul Graetz, Claire Waldoff, Rosa Valetti, Trude Hesterberg, Kate Kühl u.a.
Im Oktober   Premiere der Nelson-Revue "Bitte zahlen" mit zahlreichen Chansons von Theobald Tiger.
3. November  

Der von Reichswehrminister Geßler gegen Tucholsky angestrengte Prozeß wegen des Artikels "Offiziere" endet mit einem Freispruch.

 


1922

26. April   Teilnahme an einer Kundgebung der "Deutschen Liga für Menschenrechte".
17. Juni   Die USPD-Führung fordert ihre Parteiblätter auf, Tucholsky wieder zu drucken.
30. Juli   "Nie wieder Krieg"-Kundgebung in Berlin. Das Gedicht Drei Minuten Gehör wird in vielen Städten vorgetragen.
11. August   Massenkundgebung zum "Geburtstag der Reichsverfassung" in Berlin. Tucholsky war an der Vorbereitung des republikanischen Festes beteiligt.
Im Herbst   Bewerbungen bei verschiedenen Wirtschaftsunternehmen.
Im Oktober  

Premiere der Rudolf Nelson-Revue Wir steh'n verkehrt mit 9 Couplets von Theobald Tiger.

 


1923

1. März   Arbeit im Bankhaus Bett, Simon & Co.
Im Juni   Eröffnung des von Tucholsky mitbegründeten Cabarets "Die Gondel".
22. Juni   Trennung von Else Weil.
15. Juli  

Das Angebot Siegfried Jacobsohns für eine feste Mitarbeit im "Weltbühnen"-Verlag lehnt Tucholsky vorerst ab.

 


1924

15. Februar   Vertrag mit Siegfried Jacobsohn über Tucholskys Mitarbeit bei der "Weltbühne".
24. März   Aufnahme in die Berliner Freimaurerloge "Zur Morgenröte".
6. April   Abreise nach Paris als Korrespondent für die "Weltbühne" und die "Vossische Zeitung".
30. August
  Kurt Tucholsky und Mary Gerold heiraten.
16. September   Das Ehepaar zieht nach Paris.
23. Oktober  

In der "Weltbühne" erscheint die erste "Herr Wendriner"-Geschichte von Kaspar Hauser.

"Das menschliche Paris"
 


1925

1. Mai   Gemeinsamer Umzug von Paris nach Le Vesinet.
16. Juni   Aufnahme in die Freimaurer-Loge "Les Zélés Philanthropes [Eifrige Menschenfreunde]".
23. Juni   Aufnahme in die Loge "l´Effort [Die Bemühung]".
7. Juli   Die erste "Nachher"-Geschichte von Kaspar Hauser erscheint in der "Weltbühne".
18. August - Mitte Oktober  

Reise mit seiner Frau in die Pyrenäen. Immer wieder Streit.

 


1926

Im Januar   Vorträge bei der französischen "Liga für Menschenrechte".
Im Mai   Reise über Basel nach Wien, wo er mit Max Reinhardt über ein neue Revue berät.
Im Juni   Er reist allein in die Normandie.
Im Juli   Kurt Hiller gründet die "Gruppe Revolutionärer Pazifisten". Tucholsky wird in den Vorstand gewählt.
"Der Prozeß"
 
6. Juli   Reise nach Garmisch, um mit Alfred Polgar eine Revue für Max Pallenberg und Fritzi Massary zu schreiben.
1. August   Versammlung der "Deutschen Liga für Menschenrechte". Carl von Ossietzky und der abwesende Tucholsky werden in den Vorstand gewählt.
Im September   In Berlin.
Im Oktober   Das Ehepaar Tucholsky zieht nach Fontainebleau.
3. Dezember  

Siegfried Jacobsohn stirbt. Tucholsky fährt sofort nach Berlin und übernimmt bis Mai 1927 die Leitung der "Weltbühne".

 


1927

8. Januar   Verhandlungen mit Edith Jacobsohn über die Weiterführung der "Weltbühne".
25. Januar   Tucholsky lernt die Journalistin Lisa Matthias (1894 - 1982) kennen, das Vorbild für die Figur des "Lottchen".
 
15. Mai   Jahrestagung der "Deutschen Liga für Menschenrechte", Tucholsky gehört dem Vorstand bis 1930 an.
Im Mai   Nach der Übergabe der Leitung der "Weltbühne" an Carl von Ossietzky reist er nach Dänemark.
22. Mai   Beim II. Reichskongress der kommunistischen "Roten Hilfe Deutschland" wird Tucholsky in den Vorstand gewählt.
Im Juni   In Mogenstrup-Kro per Lou in Dänemark arbeitet er an dem Sammelband "Mit 5 PS".
27. Juli   Rückkehr nach Paris.
"Berlin! Berlin!"
 
9. - 29. September   Spessart-Wanderung mit Erich Danehl ("Karlchen") und Hans Fritsch ("Jakopp").
18. November   Die "Vossische Zeitung" druckt Peter Panters Reisebericht "Das Wirtshaus im Spessart".
Im Dezember  

Der Sammelband "Mit 5 PS" erscheint.

"Start"

 

Die Jahre 1928 - 1935

1928    
Im Januar   In Berlin. Klagen über Nasenbeschwerden.
21. März   Das Gedicht Ersatz von Theobald Tiger ist sein erster Beitrag in der KPD-nahen "A-I-Z" [Arbeiter-Illustrierte-Zeitung].
7. Mai   Lisa Matthias bei Tucholsky in Paris.Gemeinsame Riviera-Reise.
4. Juni -
13. Juli
  Kuraufenthalt im Sanatorium am Königspark in Dresden.
Ende Juli / August   In Kivik (Süd-Schweden), um ein Theaterstück über Kolumbus zu schreiben und einen neuen Sammelband für Rowohlt zu konzipieren.
6. September   Erster "Lottchen"-Monolog von Peter Panter in der "Vossischen Zeitung".
18. September   In Berlin. Vorwürfe aus dem Ullstein-Verlag wegen der "A-I-Z"-Beiträge.
19. September   Verhandlungen mit Münzenberg (Organisator der "Roten Hilfe" und kommunistischer Großverleger) über eine engere Zusammenarbeit.
29. September   Rückkehr nach Paris.
20. November   Mary Tucholsky verlässt ihren Mann und zieht nach Berlin.
Im Dezember   Der Sammelband "Das Lächeln der Mona Lisa" erscheint.
Ab 20. Dezember  

Bei Lisa Matthias im Tessin.

 


1929

    Ständige Klagen über Kopfschmerzen und Krankheiten.
4. Januar   Rückkehr nach Paris.
11. Januar   Tucholsky erhält die Carte d'identité der Republik Frankreich, gültig bis 1930.
6. Februar   Lisa Matthias trifft in Paris ein.
24. März   "Tucholsky-Matinee" im Theater am Nollendorfplatz mit Henri Barbusse, Hollaender, Ernst Busch, Graetz, Valetti u.a.
April - Oktober   Tucholsky wohnt im Haus Fjälltorp in Läggesta, in der Nähe von Schloß Gripsholm.
6. August   "Deutschland, Deutschland über alles" erscheint.
7. August   Tucholsky mietet die Villa Nedsjölund in Hindås an.
 
14. / 15. Oktober   Auf dem III. Reichskongress der "Roten Hilfe Deutschland" erneute Wahl in den Vorstand.
15. Oktober - 16. November   In Berlin bei Lisa Matthias.
18. November - 2. Dezember   Lesereise: Köln, Frankfurt, Mannheim, Wiesbaden, Darmstadt, Mainz, Dresden, Leipzig, Breslau, Hamburg. In Wiesbaden kommt es zu Tumulten; ein Besucher wird für Tucholsky gehalten und verprügelt.
6. Dezember  

Reise über Basel nach Lugano zu Lisa Matthias.

"Hej!"
 


1930

22. Januar   Tucholsky verlegt seinen Wohnsitz nach Schweden, anfang Februar zieht er in die Villa Nedsjölund in Hindås.
1. - 12. Juni   Reise nach Berlin.
19. Juli   Kurhaus Sonnmatt in Luzern, nach monatelangen Klagen über "eine Magensache" und Nasenbeschwerden.
Im August   Nach einer Tessin-Reise verbringt er den Sommer in Berlin.
Im Oktober   Gertrude Meyer (1897 - 1990) wird seine Sekretärin und Dolmetscherin. Bald entsteht eine engere Beziehung.
 
21. Oktober   Besuch Carl von Ossietzkys in Hindås. Sie beraten über einen Ausweich-Ort für die "Weltbühne".
10. Dezember   Vertrag mit Rowohlt über "Schloß Gripsholm".
25. Dezember  

Lisa Matthias in Hindås.

"Herr Wendriner steht unter der Diktatur"
 


1931

    Die Beziehung mit Lisa Matthias zerbricht.
16. / 17. März   Treffen mit Carl von Ossietzky in Lübeck. Sie beraten über die zukünftige Strategie der "Weltbühne".
20. März -
26. April
  Vorabdruck von Schloß Gripsholm im "Berliner Tageblatt".
29. März   Versammlung der "Liga für Menschenrechte", Tucholsky bleibt im Politischen Beirat.
Anfang Mai   Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte erscheint.
15. Mai   Reise über die Schweiz nach Paris, in Juni ist er in London.
3. Juli -
3. Oktober
  Aufenthalt in Kent, zusammen mit Gertrude Meyer.
2. August   Exposé für einen Roman: Eine geschiedene Frau, an Rowohlt (nicht ausgeführt).
 
4. August   In der "Friedensnummer" der "Weltbühne" erscheint der Artikel "Der bewachte Kriegsschauplatz" von Ignaz Wrobel. Wegen des Satzes "Soldaten sind Mörder." erstattet die Reichswehrführung Anzeige.
17. August   Das Filmmanuskript "Seifenblasen" ist fertig. Der Film wird nie gedreht.
18. August   Austritt aus dem "Schutzverband deutscher Schriftsteller", dem er seit 1913 angehörte.
29. September  

letzter Beitrag für die "Vossische Zeitung".

Im Oktober   Der Sammelband "Lerne lachen ohne zu weinen" erscheint.
11. November   Hasenclever kommt nach Hindås. Zwei Monate lang arbeiten sie an Christoph Kolumbus.
"Der bewachte Kriegs- schauplatz"
 
17. - 23. November   "Weltbühnen-Prozess" vor dem Reichsgericht in Leipzig: Aufgrund des Artikels Windiges aus der deutschen Luftfahrt über die geheime Aufrüstung der Reichswehr werden der Autor Walter Kreiser und Carl von Ossietzky wegen "Verrats militärischer Geheimnisse" zu je 18 Monaten Gefängnis verurteilt.
12. Dezember  

Einjahresvertrag mit Rowohlt über einen monatlichen Vorschuß von 1.500 Mark.

 


1932

7. Januar   Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin wegen der "Aufforderung für die "Rote Hilfe" Zahlungen zu leisten" im Artikel Im Gefängnis begreift man. (Am 27. Januar wird das Verfahren eingestellt).
24. März   In Kopenhagen. Operation an der Nase.
16. April   Tucholsky schreibt die letzten Arbeiten für die "Weltbühne".
18. Apri   Reise über Paris nach Le Lavandou zu Walter Hasenclever, dann nach Zürich.
1. Juli   Der Prozess gegen Ossietzky wegen des Tucholsky-Satzes "Soldaten sind Mörder" endet mit Freispruch.
August   Bei Aline Valangin in ihrem Tessiner Sommerhaus lernt Tucholsky die Züricher Ärztin Dr. Hedwig Müller (1893 - 1973) kennen, die er "Nuuna" nennt.
26. August   Reise zu Hedwig Müller nach Zürich.
 
24. September   Uraufführung von Christoph Kolumbus in Leipzig. Das Stück wird bald wieder abgesetzt.
29. September   Mit seinem letzten größeren politischen Artikel Berliner in Österreich? Nein: Sozialisten bei Sozialisten! eröffnet Tucholsky die Wiener Ausgabe der "Weltbühne".
8. Oktober   Tucholsky fährt nach Zürich und wohnt bis 7. September 1933 bei Hedwig Müller.
Im Herbst   Zwei kleinere Nasen-Operationen, die jedoch nicht helfen.
28. November  

Offizielle Anmeldung in Zürich.

"Schnipsel"
 


1933

30. Januar   Hindenburg ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler.
28. Februar   Nach dem Reichstagsbrand wird Ossietzky verhaftet und am 6. April ins Konzentrationslager Sonnenburg eingeliefert.
 
7. März   Das letzte Heft der "Weltbühne" erscheint.
10. Mai   Bücherverbrennung: "Undeutsche" Literatur wird öffentlich verbrannt, auch die Bücher Tucholskys.
Im Juni   Einvernehmliche Auflösung der Verträge mit Rowohlt, daTucholskys Bücher in Deutschland verboten sind. Tucholsky lehnt alle Angebote für öffentliche Auftritte und zur Mitarbeit an der Exilpresse ab.
21. August   Gerichtliche Scheidung von Mary Tucholsky.
23. August   Tucholsky steht auf der ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reiches.
7. September   Rückreise von Zürich über Frankreich nach Schweden.
25. Dezember  

Hedwig Müller kommt nach Hindås. Sie bleibt bis zum 20. Januar 1934.


"Brief an Walter Hasen- clever"

 


1934

14. Januar   Tucholskys deutscher Reisepaß wird ungültig. Fortan hat Tucholsky einen schwedischen Fremdenpass mit der Auflage "Arbeitsaufnahme nicht erlaubt". Dieser Pass muss alle sechs Monate verlängert werden.
8. Mai   Ankunft in Paris; 20. Mai - 14. Juni: Schwefelkur in Calles-les-Eaux.
14. Juni -
29. Juni
  Bei Hedwig Müller in Zürich.
3. Juli -
29. September
  In Lysekil an der westschwedischen Küste.
12. August   Hedwig Müller kommt für vier Wochen zu Besuch.
27. September   In einem Brief an das Nobel-Komitee in Oslo wirbt er für die Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky.
3. Dezember  

Erste von fünf Nasenoperationen, die bis Mai 1935 durchgeführt werden.

 


1935

29. März   Bitte an den Schweizer Bundesrat, sich für die Freilassung Berthold Jacobs, ein von den Nazis entführter "Weltbühnen"-Mitarbeiter, einzusetzen.
Im Mai   Tucholskys finanzielle Reserven sind erschöpft. Er ist nun auf die Unterstützung durch Hedwig Müller angewiesen.
11. Juni   Tucholsky setzt sich für die Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Ossietzky ein.

14. Juli -
29. September

  Mit Gertrude Meyer in Visby auf Gotland.
14. Oktober - 4. November   Stationäre Untersuchung im Göteborger Sahlgrenska Krankenhaus wegen andauernder Magenbeschwerden.
Ende November   Abschiedsbrief an Mary Gerold-Tucholsky.
30. November   Sein schwedischer Anwalt rät davon ab, bereits jetzt ein Einbürgerungsgesuch zu stellen. Änderung des Testaments.
14. Dezember   Tucholsky bietet der Baseler "Nationalzeitung" einen Artikel gegen Knut Hamsun an, der Ossietzky öffentlich angegriffen hatte.
15. Dezember   Brief an Arnold Zweig.
17. Dezember   Angebot für einen Hamsun-Artikel an das Osloer "Arbeiterbladet". Absage zwei Tage später.
20. Dezember   Dasselbe Angebot an "Det Norske Studentersamfund".
21. Dezember  

Um 21.55 Uhr stirbt Kurt Tucholsky im Sahlgrenska Krankenhaus in Göteborg. Im Obduktionsbericht steht: "Intoxicatio? (Veronal?)."

 


1936

20. Januar  

Gedenkfeier des "Schutzverbandes deutscher Schriftsteller" in Paris mit Reden u. a. von Egon Erwin Kisch, Rudolf Leonhard, Georg Bernhard, Gustav Regler, im Juli wird seine Urne in Mariefred / Gripsholm beigesetzt.


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